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Auf Einladung der Tierschutzorganisation IFAW habe ich die kanadische Robbenjagd vor Ort beobachtet und dokumentiert.
Die Bilder der sterbenden Robben gehen unter die Haut. In diesem Jahr sind von der Kanadischen Regierung 335 000 Robben zur Tötung freigegeben worden. In den letzten Jahren wurde die Zahl erheblich hoch gesetzt. Getötet werden fast ausschließlich junge Robben im Alter von drei Wochen bis zu einem Jahr, weil ihr Fell besonders begehrt ist.
Das ist ein grausames Gemetzel. Von Jagd kann man eigentlich nicht sprechen, weil die Tiere nicht fliehen können und ihren Schlächtern hilflos ausgeliefert sind. Die Robben werden brutal erschlagen oder erschossen, wobei viele Tiere nur angeschossen werden und lange leiden ehe sie qualvoll sterben. Nach einer Untersuchung von Tierärzten haben über 40 Prozent noch gelebt, als ihnen das Fell abgezogen wurde. Die Schlächter hinterlassen blutgetränktes Eis.
Wir können in Deutschland etwas gegen das Gemetzel tun. Denn auch in Deutschland werden Produkte von Robben angeboten, etwa Omega3-Öl-Kapseln zur Ernährungsergänzung. Auch Pelz ist wieder „in“: selbst Mannequins, die sich jahrelang gegen Pelze ausgesprochen haben, tragen sie wieder auf dem Laufsteg und setzen damit einen neuen Trend.
Länder wie die USA und Mexiko haben einen nationalen Einfuhrstopp für Robbenprodukte erlassen. Die Niederlande und Belgien haben ein Importverbot bei der EU beantragt, das auch genehmigt wurde. Italien hat ein temporäres Importverbot beschlossen. Ich werde mich nach meiner Rückkehr nach Deutschland bei den anderen Fraktionen dafür stark machen, einen solchen Einfuhrstopp auch in Deutschland durchzusetzen.
Durch ein Importverbot können wir einen Beitrag leisten, um der Massentötung von hilflosen Robben endlich ein Ende zu bereiten.