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Herzlichen Glückwunsch! Über eine Millionen Schweizer stimmten am Sonntag, den 27. November 2005, für ein fünfjähriges Gentechnik-Moratorium in der Landwirtschaft. Mit 55,7 Prozent wurde damit eine Volksinitiative angenommen, wonach in den kommenden fünf Jahren keine gentechnisch veränderten Pflanzen zu kommerziellen Zwecken angebaut oder in die Schweiz importiert werden dürfen. Das gleiche gilt auch für gentechnisch veränderte Tiere.
Die Schweizer haben der Gentechnik-Industrie damit klar die rote Karte gezeigt. Sie folgten der Argumentation der Gentechnikfrei-Initiative, dass Gentechnikfreiheit ein legitimes Anliegen der Konsumenten und ein Wettbewerbsvorteil für die schweizer Landwirte ist. Und dass die mit gentechnisch veränderten Pflanzen verbundenen Risiken so bedeutend sind, dass man sich Zeit nehmen muss, bis ihre Unschädlichkeit wissenschaftlich besser abgeklärt ist.
Das Ergebnis ist ein klarer und großer Erfolg der Gentechnikfrei-Initiative, die von einem breiten Bündnis von Landwirten, Konsumenten, Umwelt- und Verbraucherverbänden und von Parlamentariern getragen wurde - gerade vor dem Hintergrund massiver Kampagnen aus Forschungs- und Industriekreisen. Diese hatten eigens ein überparteiliches Komitee "Gentechnik-Moratorium NEIN" gegründet, um das Anliegen der Gentechnikfrei-Initiative zu verhindern. Ihrer Auffassung nach würde das fünfjährige Gentechnik-Moratorium in der Landwirtschaft den "Forschungsplatz Schweiz" vernichten, weil niemand mehr in die Forschung investieren würde, wenn die praktische Anwendung der Gentechnologie verboten sei.
Dagegen hatten rund 80 Wissenschaftler mit einer Erklärung zur Gentechnikfrei-Initiative deutlich gemacht, dass Gentechnikkritik nicht gleich Forschungsfeindlichkeit bedeutet. Die Wissenschaftler bezeichneten das fünfjähriges Moratorium sogar als Chance für die Forschung, um wichtige Fragen über Nutzen, Grenzen und Risiken der Agro-Gentechnik diskutieren und klären zu können.
Auch wenn sich das Schweizer Prinzip der Volksabstimmung nicht auf Deutschland übertragen lässt, so ist sie doch ein deutliches Signal an die neue Bundesregierung, die Regelungen im geltenden Gentechnikgesetz zum Schutz der gentechnikfreien landwirtschaftlichen Produktion unangetastet zu lassen. Denn auch in Deutschland sprechen sich nach aktuellen Umfragen 79 % der Verbraucher gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel aus.