

Berlin (dpa) - Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn will Verbraucher
besser vor Handy-Diebstahl schützen. "Der `Handy-Klau` muss
unattraktiv gemacht werden", forderte die Grünen-Fraktionsvize in
einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. Sie
rief alle Mobilfunkanbieter dazu auf, bei Diebstahl künftig die
Geräte-Identifikationsnummer des gestohlenen Telefons in eine
Sperrliste einzutragen. "Ich möchte, dass sie von sich aus aktiv
werden." Wenn das nicht erfolgreich sei, müsse ein Gesetz geprüft
werden.
Bisher kann nach dem Diebstahl eines Handys bei den meisten
Mobilfunkanbietern nur die SIM (Subscriber Identity Module)-Karte
gesperrt werden. Das Verfahren hat nach Ansicht der Grünen-
Politikerin deutliche Schwächen. "Wenn jemand auf dem gestohlenen
Handy weiter telefonieren will, setzt er einfach eine andere SIM-
Karte ein", sagte Höhn. Da bei jedem Telefonat aber auch die Geräte-
Identifikationsnummer (IMEI) übertragen werde, könnten die Betreiber
über eine zentrale Sperrliste ein Handy, das als gestohlen gemeldet
sei, vom Netzzugang ausschließen. "Damit würde der `Handy-Klau`
zurückgehen, weil er sich nicht mehr lohnt", sagte Höhn.
Auf geteiltes Echo stießen diese Forderungen bei
Mobilfunkanbietern. Während Vodafone, das bereits einen solchen
Schutz anbietet, das Engagement Höhns begrüßte, äußerten sich E-Plus
und T-Mobile eher skeptisch. Vodafone-Kunden können bei Diebstahl
ihres Geräts die 15-stellige so genannte IMEI-Gerätenummer sperren
lassen, wodurch das Telefon nicht mehr zu nutzen sei. "Wir halten das
für eine sehr sinnvolle Sache", sagte ein Vodafone-Sprecher am
Samstag. Bisher ist Vodafone der einzige Anbieter in Deutschland, der
mit einer Sperrung über die IMEI-Seriennummer arbeitet.
E-Plus und T-Mobile äußerten dagegen Bedenken. "Die IMEI-Nummern
können sehr leicht überschrieben werden, so dass die Sperrung
unwirksam wird", sagte ein Sprecher von T-Mobile. Im Internet gebe es
Anbieter, die entsprechende Dienstleistungen anbieten. Auch E-Plus
argumentierte so.
"Es ist sinnvoll, dass sich möglichst viele Anbieter und Länder
daran beteiligen", betonte Höhn. "Nur dann ist die
Diebstahlsicherheit auch im Urlaub gegeben." In Großbritannien und
Australien gebe es die Sicherung über die IMEI-Nummer bereits.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte im vergangenen Jahr an
die Mobilfunkbetreiber appelliert, für einen besseren Diebstahlschutz
bei Handys zu sorgen. Die Zahl geraubter Mobiltelefone hat nach
Angaben Höhns zugenommen.