14.08.2013

Studie Qualzuchten: Tiere leiden im Stall

Inhalt der Studie:

-          Leistung der Nutztiere wurde in den letzten Jahren extrem nach oben gezüchtet. 1955 gab bspw. eine Kuh rund 3700 Liter Milch im Jahr. In den letzten Jahren ist die Milchleistung auf über 9000 Liter gestiegen. Bei Hühner ist die Legeleistung fast um den Faktor 3 auf knapp 300 Eier im Jahr gestiegen

-          mit dieser Hochzüchtung gehen chronische Schmerzen einher:

-          55 – 90 % der Masthühner und Puten haben oft schmerzhafte Gelenkerkrankungen. Ebenso hoch stellen sich entsprechende Gelenkveränderungen bei Mastschweinen dar. Das jugendliche Skelett kann den enormen Fleischzuwachs der Masttiere nicht ausreichend tragen.

-          bis zu 33 % der Eier-Hennen lahmen, weil sie den hohem Kalziumbedarf für die Eierschalenproduktion teilweise aus den Knochen decken müssen

-          Puten können sich kurz vor dem Schlachten kaum noch auf den eigenen Beinen halten und liegen oft im eigenen Kot herum.

-          Interessant ist auch, dass viele Kühe gar nicht mehr auf der Weide satt werden können und schon deswegen Kraftfutter brauchen. Oder: Puten werden aufgrund der Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern künstlich besamt, weil sonst eine erhöhte Verletzungsgefahr für die deutlich kleineren Hennen besteht.

-          Ein weiterer Effekt der Hochleistungszucht ist die immer kürzere Lebensspanne der Zuchttiere. Legehennen werden fast immer nur ein Jahr genutzt. Die hohe Legeleistung begünstigen Entzündungen der Legeorgane und der hohe Kalziumbedarf für die Eierschalen Osteoporose. Die Nutzungsdauer der Milchkühe hat sich in den letzten vierzig Jahren halbiert (heute ca. 2,2 Jahre). Mehr als ein Drittel einer Kuhherde geht jedes Jahr zum Schlachthof, die meisten Kühe, weil sie trotz tierärztlicher Behandlung nicht mehr gesund werden.

-          Insgesamt hat sich das Leben der Nutztiere in den letzten Jahrzehnten verschlechtert

Zum Autor der Studie: Prof. Hörning ist Dozent an der Hochschule in Eberswalde und hat dort den Schwerpunkt (ökologische) Tierhaltung und ist ein renommierter Fachexperte in diesem Bereich. Siehe: goo.gl/toJhDD.


Bärbel Höhn meint dazu:

Die industrielle Fleischwirtschaft züchtet kranke Tiere mit chronischen Schmerzen. Es ist ein Skandal, dass bis zu 90% der Puten und Masthähnchen an schmerzhaften Gelenkentzündungen leiden, weil ihre Körper viel zu schwer für die Beine sind.

Es ist vielfach der Preisdruck, dass sich die Qualzuchten durchsetzen. Die Bundesregierung hat im Tierschutzgesetz vermieden den Qualzuchten einen klaren Riegel vorzuschieben.

Statt immer weiter auf Leistung zu züchten, müssen Gesundheit und eine lange Lebensdauer endlich zum Zuchtziel werden. Gelingen kann dies mit verbindlich festgelegten Parametern, wie maximalen Wachstumsraten oder Mindestmastdauern.

Die Kühe geben so viel Milch, dass sie nach gut zwei Jahren regelrecht verschlissen sind und ausgetauscht werden müssen. Da hat sich eine Art „Wegwerfmentalität" hinsichtlich der Lebensdauer der Tiere entwickelt. 

Viele Puten können sich kurz vor dem Schlachten kaum noch auf den eigenen Beinen halten, weil ihr Skelett die eigenen Fleischmassen nicht mehr trägt. Statt züchterisch gegen zu steuern, werden dann Schmerzmittel dauerhaft zum Futter gegeben. Das kann es doch nicht sein!

Download